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Montag, 4. Februar 2008

In anderen Sphären schweben


Eigentlich wollte ich nur einen Freund mit unserem neuen Hobby anfixen. Eigentlich wollte ich nur ein paar Sphären mit ihm machen. Eigentlich wollte ich nur unsere Fortschritte festhalten.

Was passiert, wenn man zwei experimentierfreudige Männer mit Digicams und nem Molekularcocktailset ausrüstet um Sphären zu bauen?

Ganz einfach, sie kombinieren das eine Spielzeug mit einem anderen um an dem zweiten mehr Freude zu haben. Raus kam dabei ein neuer Bildschirmhintergrund. Das hatte sicherlich keiner der Bulli's im Hinterkopf, als sie diese Geschichte erfunden haben. Und nun mal ehrlich: Welcher Grafikdesigner bekommt das so gut hin?



Keiner so lebensecht. ;-)

Montag, 28. Januar 2008

drei Wochen...

...sind es jetzt her, da Tiger und ich unsere Startersets geordert haben.

Und gleich bei unserer ersten gemeinsamen Session haben wir einiges gelernt. Hier kommt eine kleine Dokumentation unserer Tests und der zugehörigen Ergebnisse. Da Tiger einen Tag zuvor bereits eigenartige Ergebnisse mit dem angegebenen Rezept hatte, haben wir erstmal mit der Konzentration der Zutaten gespielt.

Versuch 1: Orangensaftsphäre
Zutaten:
  • Orangensaft
  • Algizoon normale Menge
  • Calazoon halbe Menge
Ergebnis: Sphäre härtet sehr schnell durch

Versuch 2: Blue Curacao-Sphäre
Zutaten:
  • Blue Curacao
  • Algizoon normale Menge
  • Calazoon normale Menge

Ergebnis: langsameres Durchhärten der Späre

Erstes Gesamt-Zwischenergebnis:
  • Kaviar maximal 5-10 Sekunden im Kalziumlaktat-Bad lassen
  • Sphären maximal 10 Sekunden im Kalziumlaktat-Bad lassen

Versuch 3: Cola-Espuma
Zutaten:
  • Coke Zero
  • Lecithin

Ergebnis: Schaum sehr instabil, schmeckt wie abgestandene Cola mit Mehl

Versuch 4: Cranberry-Schaum
Zutaten:
  • Cranberry-Saft
  • Lecithin

Ergebnis: Schmeckt metallisch (könnte aber auch an dem komischen Bier gelegen haben, das wir dazu getrunken haben)

Versuch 5: stabilerer Cola-Schaum
Zutaten:
  • Coke Zero
  • Celluzoon
  • Xanthazoon

Ergebnis: Das Ergebnis diesen Versuchs ist nicht ganz jugendfrei zu beschreiben, deshalb müssen alle minderjährigen jetzt zum nächsten Versuch springen oder mit anderen Worten: Mit weiterlesen diesen Absatzes erklärst Du hiermit, dass Du älter als 18 Jahre bist. *g* Also, der Schäumvorgang hat besser funktioniert als zunächst erwartet. Allerdings haben wir für die Textur keine treffendere Beschreibung als "Sperma-Style" gefunden. Nur geschmeckt hats anders. ;-)
Für die U18-Fraktion: Das war Super-Tapetenkleister-Schleim-Schaum.

Versuch 6: Zitronenschäumchen
Zutaten:
  • 200ml Fertig-Zitronensaft aus der Flasche (weil weniger sauer)
  • 1 Meßlöffel Xanthazoon
  • 7 Meßlöffel Emulzoon
  • 1 Gourmet Whip

Ergebnis: Die Konsistenz des Schäumchens war erstaunlich gut. Er hätte allerdings etwas standfester sein können. Allerdings empfielt es sich wirklich nicht den Zitronensaft aus
der Flasche zu nehmen. Das Zeug schmeckt aufgeschäumt richtig grausam.

Ich habs dann zusammen mit Cola zu nem "Pseudo-Guinness" umgebaut (Bild folgt).

Versuch 7: Caipi am Spieß
Zutaten:
  • 12 Meßlöffel Agazoon
  • 20cl Cachaca
  • Saft aus 3 Limetten
  • 2cl Lime Juice
  • 1 Meßlöffel Xanthazoon
  • 10cl Wasser

Ergebnis: Am Anfang schien das ganze noch etwas zu flüssig zu sein, aber nach einem Tag war es ein richtig schönes Gelee, welches sich wunderbar schneiden und aufspießen lies. Nur leider war das Zitrusschäumchen von oben, welches dazu gedacht war, die Geschichte etwas aufzulockern, nicht ganz so lecker. Achja, den Rohrzucker einfach so drüberstreuen.

Versuch 8: Sorbet
Zutaten:
  • 2 Meßlöffel Agazoon
  • 100ml Flüssigkeit

Ergebnis: Leider gabs hier in der Eismaschine doch zuviel Eiskristalle und somit wars leider nicht ganz so fluffig und Tiger hat die Geschichte nochmal von Hand aufgerührt, damit's wieder fluffiger wird.

Versuch 9: Früchtetee-Gelee-Roulade
Zutaten:
  • 100ml Flüssigkeit
  • 2 Meßlöffel Agazoon
  • 1 Meßlöffel Xanthazoon

Zubereitung:
Alles kalt zusammenmischen und 15 Minuten quellen lassen. Danach kurz aufkochen und wenns dann anfängt schleimig zu werden, auf die Silikonmatte verteilen.

Ergebnis: lecker...aber schaut Euch das Ergebnis aus Versuch 8 und 9 selbst an.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Gel Shapes

Der molekulare Cocktailmixer kennt Fake Kaviar und Spheres für Spoon Cocktails. Die runden Formen entstehen dadurch, daß der mit Alginat versetzte Cocktail in eine Calcium-Lösung getropft wird, wodurch die äußerste Schicht geliert. Durch die Oberflächenspannung bilden sich mehr oder weniger große runde Tropfen.

Wie wäre es aber mal mit Cocktails in Würfelform oder in sonstigen Formen? Nach dem mir der theoretische Ansatz, der das möglich machen kann, einige Tage im Kopf rumgespukt ist, war heute der erste praktische Versuch an der Reihe. Heute sollte es Cocktail Ringe geben und es hat tatsächlich funktioniert. Die Kringel haben eine feste Haut und ein flüssiges inneres, so wie es sein soll:



Gel Kringel als Spoon Cocktail



Außen Gel-Haut, innen flüssig

Montag, 14. Januar 2008

The next level...

Well, hier isser....

Noch ein weiterer Kochblog im Internet. Noch ein weiterer Blog von
irgendwelchen mehr (=Tiger) oder minder (=ich) erfolgreichen Hobbyköchen.

Hey endlich scheints soweit zu sein. Selbst im Kochentwicklungsland Deutschland scheint das Kochen langsam endlich hipp zu werden. Immer mehr Frauen und Männer nutzen die Nahrungsmittel auf Ihrem Teller, Tisch oder whatever nicht mehr nur zur reinen Nahrungsaufnahme. Langsam entdeckt auch die dumme Masse und der durchschnittliche Bild-Leser, dass Essen auch Genuß bedeuten kann. Im Fernsehen laufen Kochsendungen nicht mehr nur auf Spartensendern oder öffentlich rechtlichen. Auch das gesteigerte Interesse der Masse an unterschiedlichsten Formen der Kochkunst aus aller Herren Länder scheint diesen Trend zu bestätigen.

Und wenns jetzt nur ist um sich von der Masse abzugrenzen...Tiger und ich haben uns auch vor dem aktuellen Hype damit beschäftigt, dass uns nicht immer dasselbe langweilige Schnitzel auf den Teller kommt. Nichts gegen Schnitzel...ein gutes Wiener Schnitzel gehört für mich nach wie vor zu einer der besten Erfindungen der Menschheit (auch wenn der leckere Fleischfladen mit Brösel drumrum laut Wikipedia wohl eher aus Italien als aus Wien kommt). Zurück zum Thema...Tiger und ich waren halt schon immer irgendwie recht experimentierfreudig. Was zumindest bei mir nicht immer wirklich gut ging....die Tarte aus Limetten, Spargel und Passionsfrucht war doch eher was für Hartgesottene... ;-)

However, in letzter Zeit hat sich aber nach und nach ein anderes Thema immer mehr in unser Bewußtsein und unsere Experimentierlaune reingefressen. So eigenartige Dinge, die die krassen Spanier so auf den Teller bringen und die weitläufig unter dem Begriff der molekularen Küche gehandelt werden. Während Tiger sich immer mehr mit der Sous-Vide-Technik (siehe andere Blog-Einträge) und ich mich in letzter Zeit immer mehr mit der Konstuktion von Schäumen beschäftigt hatten, hat uns die näherer Beschäftigung mit anderen Bereichen dieser Materie jetzt doch endgültig angefixt....und so war es eigentlich unvermeidlich, dass wir uns für erste Tests das Molekular-Cocktail-Set zugelegt hatten um zumindest mal ein Starterset der teilweise doch recht teuren Zutaten zu haben.

Und dieser Blog-Eintrag zeugt nun von unseren ersten Gehversuchen im Bereich der Sphärisierung oder wie auch immer das auf Deutsch heisst (und ja...ich fühl mich beim schreiben von Texten in der Englischen Sprache einfach heimischer)...viel Spaß beim totlachen, falls das überhaupt irgendwann noch jemand anderes liest. Wir haben bei unseren ersten Gehversuchen auf jeden Fall eine Menge gelernt, aber dazu mehr weiter unten. Erstmal ein paar Bilderchen....


Also eins ist klar: Auch wenn man nur ein paar von diesen Kaviardingern und kleinen Sphären bauen will, man brauch ne Menge Equipment in Form von Schüsseln und wenn man allein ist, am besten 3-4 Hände.

Wenns gut geht, dann könnten die Blue Curacao oder O-Saft-Erzeugnisse vielleicht sogar so aussehn.


oder vielleicht so....


nagut, das letzte war ein Betrug, das war dasselbe nur aus nem andren Winkel...und das hier ist auch betrogen. Ich war so begeistert, dass ich mehrere Bilder gemacht hab... ;)

However, so könnten die Sphären halt aussehen, wenn man mal was richtig macht...


Könnten sie....müssen sie aber nicht....


und da Tiger und ich immer bestrebt sind, der ganzen Geschichte noch was positives abzugewinnen, haben wir die lustigen Curacao-Eingeweide einfach zu ner Grünen Glibberwitwe verarbeitet und das war schon wieder sehr witzig....


...und wir haben auch keine Kosten und Mühen gescheut und haben extra spezielle Special-FX-Menschen einfliegen lassen um unsere erste gemeinsame Glibberkreation dementsprechend zu präsentieren.



So.....eigentlich wollte ich hier jetzt schreiben, was wir alles so gelernt haben, aber ich kann mich jetzt nicht mehr dazu durchringen und verschieb das hiermit auf nen späteren Blogeintrag......naja, die die mich kennen, können schon erahnen, dass dies hier auch nur wieder ein hinterhältiges Manöver ist um noch mehr Traffic auf unseren Blog zu generieren *rofl*....und jetzt muss ich wirklich gleich aufhören, bevor ich vor Lachen vom Stuhl kipp.....naja....wenn wir bis Ende des Jahres wirklich mehr als 500k Visits haben, dann bau ich ein molekulares Gericht aus Teilen von nem Besen und futter oder trink das...

@Tiger: Wehe du manipulierst was daran...Du darfst in dem Fall mitfuttern!
@alle andren: Wenn ichs mitkrieg, Ihr auch!